Dynamic Content Image
Zeit zum Wachsen
Die Zukunft des Schulbiologischen Gartens Leipzig

Bestandssanierung & Erweiterung eines Botanischen Lehrgartens

Emil Rohde · Anne Salberg

Semesterentwurf

M.A. Architektur

HTWK Leipzig

Prof. Dipl.-Ing. Frank Schüler · Professur für Bau­konstruk­tion und Entwerfen

01 Sep. 2025

Auf dem Gelände des Schulbiogischen Garten Leipzigs soll ein Ort für Bildung zur nachhaltigen Entwicklung (BNE) entstehen. Aufgabe ist es, einen Ersatzneubau zu planen, der den heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit entspricht, Nachhaltigkeit auf Gebäudeebene vermittelt und auf ca. 2200 m2 Raum schafft für multifunktionale Lehr- und Begegnungsräume, Werkstätten und Gewächshäusern. Hauptbestandteil der Planungsaufgabe ist die Entwicklung einer ressourcenschonenden Bauweise. In diesem  Zusammenhang bedarf es dringend einer Prüfung ob die Bestandsbebauung diesen Anforderungen gerecht werden können. Bei einer Bestandsaufnahme wurden Schäden in Bauteilen der Gebäudehülle deutlich, auf die das bemängelte Innenraumklima zurückzuführend ist. Die tragenden Bauteile hingegen wurden größtenteils als weiter nutzbar erachtet. Vor allem hinterließen jedoch die räumlichen Qualitäten des Geländes, das durch seine verwinkelten Plätze, der kleinteiligen Struktur und Höhenstaffelung einen eigenen Charme entwickelt hat, einen bleibenden Eindruck. Ziel des Entwurfs ist sowohl der Erhalt bestehender Strukturen als auch der Atmosphäre des Ortes. Hierzu werden vorhandene Gebäude ertüchtigt und durch Erweiterungsbauten ergänzt, die den Schulbiologischen Garten zu einem naturnahen Bildungsort vervollständigen. Im Sinne der Bauwende ist es wichtig, gerade räumliche Potenziale solch »einfacher« baulichen Strukturen aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts zu untersuchen und aufzuzeigen, wie eine Zukunft mit ihnen weitergedacht werden kann.  Der Entwurf zeigt auf, wie eine Ertüchtigung und sensible Erweiterung zu einer besonderen Raumqualität führen kann, die einem Neubau keineswegs nachsteht und die Zeitschichten des Orts sichtbar macht.

Ausgezeichnet mit dem 1. Preis des HTWK Studienpreises Architektur 2026

Jurybegründung (Auszug): „Die Arbeit von Anne und Emil überzeugt durch eine außergewöhnlich sensible Auseinandersetzung mit dem Bestand des Schulbiologischen Gartens Leipzig und versteht Architektur als Prozess des Weiterbauens. Anstatt einen radikalen Neubeginn zu formulieren, setzt die Arbeit auf eine behutsame Ergänzung des Bestehenden, die Reparatur und Pflege vorhandener Strukturen in den Mittelpunkt stellt und den historischen Bestand konsequent fortschreibt. ... In ihrer Klarheit, Zurückhaltung und architektonischen Haltung leistet die Arbeit von Anne und Emil einen überzeugenden Beitrag zur Frage, wie bestehende Strukturen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zukunftsfähig weitergedacht werden können – und setzt damit ein starkes Zeichen für eine verantwortungsvolle Architektur des Reparierens.“